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Wintermärchen - Der Schaffende - Deutsche Sonnwend - Opfergang - Valley of Dark Memories

 

Wintermärchen

(Titel auf "Notwendfeuer")

Auf kahlem Felsen unter Sternen
Saß im rauhen Winterhauch
Eine Drossel, und ich fragte:
"Warum wanderst Du nicht auch?

Warum bleibst Du, wenn die Stürme
Brausen über Flur und Feld,
Da dir winkt im fernen Süden
Eine sonnenschöne Welt?"

Antwort gab sie leisen Tones:
"Weil ich nicht wie andre bin,
Die mit Zeiten und Geschicken
Wechseln ihren leichten Sinn.

Die da wandern nach der Sonne
Ruhelos von Land zu Land,
Haben nie das stille Leuchten
In der eignen Brust gekannt.

Mir erglüht's mit ewigem Strahle
- Ob auch Nacht auf Erden zieht - ,
Sing' ich unter Flockenschauern
Einsam ein erträumtes Lied.

Dir auch leuchtet hell das Auge;
Deine Wange zwar ist bleich;
Doch es schaut Dein Blick nach innen
In das ewige Sonnenreich.

Laß uns hier gemeinsam wohnen,
Und ein Lied von Zeit zu Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit."

Laß uns hier gemeinsam wohnen,
Und ein Lied von alter Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit."

Basierend auf den gleichnamigen Gedicht von O. Ernst

 

Der Schaffende

(Titel auf "Weltenwende")

Fliehe, Freund, in Deine Einsamkeit!
Den Lärm nicht länger zu ertragen bereit,
Wirst Du fern des Marktes Werte erkennen,
Wirst Du fern des Marktes die Feinde nennen,
Derer Namen da sind Haß, Lüge und Neid,
Die Rache, die Dummheit und Gier im Geleit.

Du Liebhaber der Wahrheit, Du schaffender Geist,
Erkenne, was Dir die Stille verheißt!
Fern den Erbärmlichen, dem Ruhme der Kleinen
Entgehst Du dem Untergang, dem Fluch des Gemeinen,
Den giftigen Fliegen in Deiner Gefolgschaft.
Nicht länger soll Dein Blut ihnen spenden die Kraft.

Hüte Dich vor der Klugheit der Feigen!
Gewahrst Du Dich nicht in einem bitteren Reigen
Von Schmeichlern und Heuchlern und Niedrigkeit?
Sie winseln vor Dir in Befangenheit.
Sie geben sich als Deine Freunde bekannt -
Zum Feinde nicht tauglich, zum Dienen verbannt.

An Deiner Größe geben sie Dir die Schuld;
Sie dürsten nach Rache voller Ungeduld.
Dein wortloser Stolz raubt ihnen den Mut;
Sie weichen und keifen in hilfloser Wut.
Bist Du den Lärm länger zu ertragen bereit?
Drum fliehe, Freund, in Deine Einsamkeit!

Inspiriert durch F.W. Nietzsche

 

Deutsche Sonnwend

(Titel auf "Weltenwende")

Wenn auf düstrem Bergeskamme
Aufbrennt unsrer Sehnsucht Licht,
Und die heilge Glut der Flamme
Lodernd in die Weltnacht bricht,
Stehn wir ernst geschart im Kreise,
Starren in lebendige Glut,
Spüren stark die wilde heiße
Deutsche Stimme uns im Blut.

Brennen über uns die Sterne,
Brennt in uns das Herz voll Not,
Brennt der Ruf in alle Ferne!
Flammt, ein einziges Gebot.
Sonnwendfeuer, Notwendfeuer,
Endzeit du und Zeit der Wende!
Übergroß und ungeheuer
Zwingt es Hände nun in Hände.

Gedicht von G. Schumann

 

Opfergang

(Titel auf "Herbstgewölk")

Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt -
Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen.
Im Abendgarten morsche Bäume sausen;
Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.

Vielleicht daß diese Stunde stillesteht.
Vor trüben Augen nächtige Bilder gaukeln
Im Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln;
Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.

Es scheint, man hört der Fledermäuse Schrei,
Im Garten einen Sarg zusammenzimmern.
Gebeine durch verfallne Mauern schimmern
Und schwärzlich schwankt ein Irrer dort vorbei.

Ein blauer Strahl im Herbstgewölk erfriert.
Die Liebenden im Schlafe sich umschlingen,
Gelehnet an der Engel Sternenschwingen,
Des Edlen bleiche Schläfe Lorbeer ziert.

Basierend auf dem Gedicht "Menschliche Trauer" von G. Trakl

 

Valley of Dark Memories

(Titel auf "Secret Lords")

Here in my valley I had to see
What the night has brought
Here in this valley I had to see
The coldest winter of all

In this cold winter in the days of the sword
Of flames and ruins and grief
Here in this winter I had to leave
In the darkest century of all

Throughout this dark century my memories remain
My fate is captured in stone
In this dark century I had to learn
To rate the value of life

Here in my valley - the cenotaph of fear
My epitaph is inscribed
Here in this valley in the refuge of hope
My death warns throughout time

Dresden gewidmet